Der Rückenmarksinfarkt beim Hund

Wie äussert sich ein Rückenmarksinfarkt beim Hund? In diesem Blog erfährst du mehr darüber:


Was ist ein Rückenmarksinfarkt?

Der Rückenmarksinfarkt, auch fibrokartilaginöse Embolie genannt,

ist eine Schädigung des Rückenmarks, die infolge einer Sauerstoffunterversorgung des Rückenmarks entsteht. Bei einem Unterbruch des Blutflusses kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung, längerfristig führt dies zu einem Absterben der Zellen im betroffenen Rückenmarksabschnitt → Infarkt und zu Einblutungen. Der Rückenmarksinfarkt kann im Hals- Brust- oder Lendenwirbelbereich auftreten.

Es kommt zu Ausfalls- und Lähmungserscheinungen, die einseitig oder beidseitig und je nach Ort des Unterbruchs an den Vorder- oder Hintergliedmassen auftreten. In schweren Fällen sind alle Gliedmassen betroffen.



Was sind die Ursachen für einen Rückenmarksinfarkt beim Hund?

Eine fibrokartilaginöse Embolie entsteht durch faserknorpliges Material der Bandscheibe, welches in die Blutgefässe gelangt und diese verstopft, was zum Infarkt führt. Wie und weshalb das geschieht ist unklar. Vermehrt geschieht es nach starker körperlicher Beanspruchung. Der Infarkt kann bei allen Hunderassen vorkommen, meistens jedoch bei grösseren Hunderassen und im durchschnittlichen Alter von 6 Jahren.



Welche Symptome hat ein Hund mit Rückenmarksinfarkt?

Die Ausfälle/Lähmungen können ganz akut und aus unerklärlichen Gründen auftreten, oft während einer körperlichen Aktivität wie rennen, spielen, springen - der Hund jault auf und kann plötzlich nicht mehr gehen. Wie bereits erwähnt, je nach Rückenmarksbereich und Stärke des Infarkts, sind unterschiedliche Gliedmassen betroffen und die Symptome können nach ein paar Tagen verschwinden oder die Lähmungen bleiben bestehen.

Diese Symptome können auftreten:

  • Paresen oder Paralysen

  • Schmerzen äussert der Hund meist nur zu Beginn in den ersten Stunden, danach in der Regel nicht mehr

  • Sensibilitäts- und Koordinationsverlust

  • Harn- und Kotinkontinenz


Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei obengenannten Symptomen solltest Du unbedingt so bald wie möglich einen Tierarzt aufsuchen, um die Ursache festzustellen - denn eine schnelle Behandlung erhöht die Chancen auf eine vollständige Rückbildung der Lähmungen. Die genannten Symptome können natürlich auch bei anderen Erkrankungen auftreten wie z.B. Bandscheibenvorfall, Cauda-Equina-Kompressionssyndrom, Trauma des Rückenmarks etc. Ein Rückenmarksinfarkt wird durch eine Ausschlussdiagnostik gestellt. Wichtig für die Diagnose sind: eine Anamnese, die klinischen Symptome und eine neurologische Untersuchung, CT und MRT können leider keine sichere Diagnose stellen, helfen aber andere Erkrankungen auszuschliessen.



Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Zu Beginn werden vom Tierarzt vor allem entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente gegeben. Weiter ist es sinnvoll möglichst bald mit der Physiotherapie zu beginnen, da dies für den Rehabilitationserfolg des Hundes von grosser Bedeutung ist.

Mit einer richtigen Behandlung stehen die Heilungschancen gut, es braucht jedoch viel Zeit, Ruhe und Geduld aber jeder Hund erholt sich unterschiedlich schnell.



Was kannst du als HundehalterIn tun?

Wichtige Aufgaben, die du, falls benötigt, übernehmen kannst:

  1. Blasenmanagement

  2. Gewichtskontrolle

  3. Dekubitusprophylaxe

  4. Genügend Ruhe und eine entspannte Umgebung schaffen

  5. Treppen sichern

  6. Fussboden mit Antirutsch-Matten auslegen

  7. Hund zur Bewegung motivieren, wenn er richtig unterstützt wird

  8. Pfotenschutz beim Gehen/Gehübungen anziehen

  9. Massagen und genügend Streicheleinheiten geben

  10. Hausaufgaben, die in der Physiotherapie gezeigt wurden, konsequent durchführen


Hilft Physiotherapie deinem Hund?

Ja, die Physiotherapie ist eine sehr wichtige und unterstützende Hilfe für deinen Hund.

Mit der Physiotherapie lindern wir Schmerzen, reduzieren Ödeme (Schwellungen) im Rückenmarksbereich, fördern die Sensibilität, erhalten die Muskulatur und fördern den Muskulaufbau sowie die Gelenkbewegung, lösen Verspannungen und stellen die Stabilität, Koordination und das Gleichgewicht wieder her.

Hier einige Behandlungsmöglichkeiten in der Physiotherapie:

  • manuelle Lymphdrainage

  • Massage inkl. Pfotenmassage

  • Reflexinduziertes Training (RIT)

  • MOBI (Musterorientierte Bewegungsintention)

  • aktive Bewegung: Stabilisation, isometrische Übungen etc.

  • Elektrotherapie

  • Gangschulung

  • Therapielaufband/Unterwasserlaufband etc.

Neben meinen Behandlungen stelle ich ein Hausaufgaben-Programm mit Übungen zusammen welches du mehrmals täglich mit deinem Hund durchführen solltest, denn deine Mitarbeit, Geduld und tägliche Unterstützung sind enorm wichtig für die Genesung deines Vierbeiners.

Ebenso berate ich dich, welche temprorären Hilfsmittel hilfreich sein können, wie Rollstühle, Gehhilfen, Pfotenschutz etc.


Zudem gebe ich dir Tipps und Pflegehilfen für zu Hause und zeige dir, wie du es für deinen Hund am besten einrichten kannst.


Melde dich bei mir, wenn du weitere Fragen zu diesem Thema hast.




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